Sie haben sich entschieden: ein neuer Markt soll für den Export erschlossen werden, denn Sie fühlen der Heinamtmarkt dümpelt vor sich hin, der Osten Europas beginnt sich zu öffnen und Ihre Devise lautet sowieso: Ein Angriff ist die beste Verteidigung.
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Was Ihr Banker Ihnen nie über Export erzählte
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Das interessiert mich nicht die Gurke oder das kommt mir Spanisch vor
Keine Frage die Gurke hat den Durchbruch zu internationaler Berühmtheit geschafft. Auch wenn der Schuss für die Gurke nach hinten losgegangen ist, so muss man nichtsdestoweniger festhalten, dass es kein Markenstratege besser hinbekommen hätte die Gurke im allgemeinen Bewusstsein zu verankern. Und die arme Gurke kann gar nichts dafür.
Als Katalane deutschen Ursprungs —als den ich mich sehe— müsste ich lachen, wenn es nicht so unsäglich traurig wäre. Denn nun sind die Missverständnisse zwischen Deutschen und Spaniern um eine Anekdote und —was viel schwerwiegender ist— einige Tote reicher.
Die Feststellung eines x-beliebigen, harmlosen Bakteriums auf einer spanischen Gurke sowie die Tatsache, dass diese Feststellung einer lokalen, deutschen Politikerin spanisch vorkam, reichte völlig aus, um eine Lawine ungeahnten Aussmasses loszutreten.
Dies erinnert mich fatal an die so selbstbewusste, um nicht zu sagen arrogante Aussage einer deutschen Gesundheitsministerin anlässlich eines Vortrages vor spanischen Unternehmern in Barcelona, dass deutsche Gesundheitssystem sei erstklassig. Dem setzte ein spanischer Mediziner die klare und einfache Frage entgegen: Warum Frau Ministerin leben dann die Spanier im Durchschnitt 6 Jahre länger, wenn in Deutschland ein mehrfaches dessen für das Gesundheitwesen ausgegeben wird als in Spanien? Stille Schadenfreude auf der einen und betretenes Schweigen auf der anderen Seite waren die Folge.
Der jetzt durch den Gurkenalarm ausgelöste Streit zeigt auf eindrückliche Weise die Differenzen Europas, die ein Zusammmenrücken und Zusammenwachsen einer politisch gewollten europäischen Gemeinschaft (oder sollten wir sagen Familie ) noch in weite Ferne rücken lässt. Es bleibt nur zu hoffen, dass in realitiv kurzer Zeit sich bei allen Beteiligten die Einsicht durchsetzt, dass wir alle in einem Boot sitzen. Muss diese Epidemie erst Grenzen überschreiten um dies Einsicht zu bringen?
Ansonsten kommt der deutschen Lokalpolitikerin weiterhin alles spanisch vor und provoziert womöglich folgende Antwort der spansischen Gesundheitsministerin: Vaya tía, me importas un pepino. (Spansiches gefügeltes Wort : “Du bist mir Gurke“, wir würden sagen “du bist mir Wurst“)
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Going glocal
Sie haben es richtig verstanden GOING GLOCAL. Schon wieder so ein neuer Anglizismus werden Sie sagen. Sicherlich nicht falsch, aber die Welt bleibt auch nicht stehen, sondern entwickelt sich weiter.
Es ist unschwer festzustellen, dass wir im Rahmen der Globalisierung in dem Masse nach Identifikation suchen, in dem die Globaliserung alles gleich zu machen droht. Dies gilt für den zunehmenden Drang nach Regionaliserung über Ländergrenzen hinweg, als auch für die Individualiserung des Konsums auf persönlicher Ebene.
Lassen Sie mich deshalb eine eigene Erfahrung mit GOING GLOCAL erzählen, die mir bereits vor einigen Jahren auf einer Geschäftsreise in Hong Kong wiederfuhr.
Nach einem anstrengenden Tag gingen wir in ein chinesisches Restaurant zum Abendessen. Nachdem wir uns mit Händen und Füssen auf das Essen geeinigt hatte, fragte der Ober nach unserem Getränkewunsch. Unser englischer Partner bestand aud Bier und so fragten wir nach den Biersorten. Angeboten wurde uns Tsing Tao, Heineken, Carlsberg und Hong Kong Bier. Der Ober empfahl uns Hong Kong Bier , was wir mit einer Mischung aus Neugierde und Drang uns den lokalen Gegebenheiten anzupassen gerne akzeptierten. Zu unserem Erstaunen kam er mit 4 Flaschen San Miguel zurück, was unsere ungebremste Heiterkeit hervorrief. Der Ober konnte aber unsere Freude nicht nachvollziehen und erkundigte sich nach dem Grund unsere guten Stimmung. Wir liessen Ihn wissen es handele sich um spanisches Bier, worauf er sehr ungehalten , ja geradezu beleidigt reagierte und darauf bestand, dass es sich um Hong Kong Bier handele nicht ohne auf das Kleingedruckte “Hong Kong Beer”auf der Rückseite zu verweisen. Neugierig geworden fragte ich meinen spanischen Kollegen nach seinem Urteil zum Geschmack. Dieser meinte der Geschmack habe eindeutig nichts mit San Miguel zu tun.
Letzteres tat dem lokalen Erfolg von San Miguel jedoch anscheinend keinen Abbruch. Im Gegenteil dürfte die Anpassung an den lokalen Geschmack den Verkaufszahlen eher noch dienlich gewesen sein.Man muss man der spanischen Biermarke zu einem solchen Erfolg schlicht gratulieren, denn Sie haben verstanden, was GOING GLOCAL bedeutet : Augbau einer globalen Marke unter Berücksichtigung lokaler Besonderheiten. Denn den Chinesen in Hong Kong vermittelt zu haben diese Marke sei Ihre lokale betrachte ich als ein Meisterstück.
Wenn ich also von GOING GLOCAL spreche, meine ich damit die Notwendigkeit sich neben dem Aufbau einer globalen Marke mit den lokalen Gegebenheiten regionaler Märkte (nicht nationaler Ländergrenzen) intensiv auseinanderzusetzen. So gesehen bedeutete EXPORT bislang den Verkauf über nationale Ländergrenzen hinaus, während nach meinem Verständnis GOING GLOCAL den Verkauf in verschiedenste lokaler Märkte mit Ihren Eigenheiten bedeutet.
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