Morgengrauen in Afrika

“Diejenigen, die zuerst zum Fluss gelangen, werden das sauberste Wasser finden.” – afrikanisches Sprichwort

Opportunities in AfricaKrise? Was für eine Krise? Diese Frage stellte mir kürzlich ein Freund aus Südamerika. “Wir kennen nichts anderes als die Krise. Wir müssen sie als Quelle neuer Möglichkeiten interpretieren und ausnutzen.

Aus diesem Grunde würde ich gerne über das “Morgengrauen in Afrika” sprechen. Der afrikanische Kontinent ist etwas in Vergessenheit geraten. Bestenfalls spricht man heute vom arabischen Frühling. Leider aber scheint dieser sogenannte arabische Frühling eher eine blutrünstige Zerstörung als eine konstruktive Renaissance zu sein.

Währenddessen vergessen wir einfach, dass Länder wie Angola, Mosambik oder der Senegal —vielleicht wollen wir sie auch einfach vergessen— einen wirtschaftlichen Senkrechtstart hinlegen und Wachstumsraten vorweisen, von denen Europa nicht einmal zu träumen gedenkt. Verblüffenderweise agieren nur sehr wenige europäische Unternehmen in Afrika, was wahrscheinlich vor allem durch ihre Unkenntnis bedingt ist. Wie, wenn nicht auf diese Weise, lässt es sich sonst interpretieren, dass die multinationalen Unternehmen, die normalerweise doch keine Gelegenheit zum Wachstum auslassen, sich nicht massiver vor Ort befinden?

So scheint kaum einer sich mehr an das Wirtschaftswachstum der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts zu erinnern, das dank der hohen Vorkommen von Gold, Diamanten, Gas und Öl verursacht wurde. Deren Glanz zog falsche Freunde an. Dennoch bin ich der Meinung, dass Afrika gerade dabei ist, seine eigene Identität zu finden, weshalb es gilt, diese zu respektieren und sich anzupassen.

Ein französisches, internationales Unternehmen gelang beispielsweise zu Berühmtheit, als es in einer Marktstudie des Jahres 2000 voraussagte, dass die Nigerianer zu arm seien, um sich Handys zu kaufen. Zwölf Jahre später existieren auf dem nigerianischen Markt sage und schreibe 80 Millionen (!) Mobiltelefone. Das Telefon ist offensichtlich das beste Kommunkationsmittel auf einem Kontinent, auf dem andere Infrastrukturen oft nicht funktionieren. Wie viele Geschäftsmöglichkeiten! Wie viel Entwicklungsantrieb!

Auβerdem unterstütz die Tatsache, dass die Bevölkerung sehr, sehr jung ist, ein schnelles und profitables Wachstum, weil all diese jungen Menschen begierig nach Konsum sind.

Das Beispiel zeigt mir erneut, dass man sich an die lokalen Gegebenheiten anpassen muss, d.h. dass man zuerst die Kulturen Afrikas kennenlernen muss, um sie wenigstens ein bisschen zu verstehen, und danach lokalen Partnern vertrauen muss. Einen passenden, lokalen Partner in Afrika zu finden ist auch nicht viel komplizierter, als einen in Russland oder den Vereinigten Staaten zu finden.

Wachstumsraten um die nicht weniger als 6-8% (und das wegen der Krise) laden regelrecht dazu ein, in den afrikanischen Kontinent zu investieren. Und umso mehr, wenn wir dem besten Argument von allen Glauben schenken, dem afrikanischen Sprichwort “Diejenigen, die zuerst zum Fluss gelangen, werden das sauberste Wasser finden”.

2 Responses to Morgengrauen in Afrika

  1. I think soon we will see a African capital infusion market in European .Over time, many ideas were actually some utopia for the times when they were issued but later he saw was reality sense. Africa passed the childhood of humanity and began to mature and very fast.

  2. I agree completely. The African continent also skipped the whole heavy mechanical industrialisation, visible collapsing witin the USA, and moved quickly without infrastuctural (dis)advantages, into the mobile age. What they do “mobile” is incredible. See http://www.slideshare.net/rudydw/mobile-trends-2020-africa

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